Deutsch (33)

Der Dschungelfluch – Epochenende: Milton Hatoum sucht Cain und Abel in Amazonien – Frankfurter Allgemeine Zeitung

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Der Dschungelfluch – Epochenende : Milton Hatoum sucht Kain und Abel in Amazonien Der Bruderzwist steht am Anfang der Menschheitsgeschichte: Kain erschlägt Abel – aus Neid und Mißgunst, weil dessen Opfer dem Vatergott besser gefällt als das eigene. Mit dieser Tat ist das Böse in der Welt zum ersten Mal manifest geworden, nach biblischem Verständnis eine Folge der Ursünde, die sich fortzeugt bis auf den heutigen Tag. Auch der Brasilianer Milton Hatoum weiß in seinem neuesten Roman davon zu berichten. Omar und Jaqub heißen seine zwei Brüder. Zwillinge sind es, wild und unberechenbar der eine, in sich gekehrt und nachdenklich der andere. Die Rivalität tritt schon früh zu Tage: Die Mutter zieht Omar dem zuerst geborenen Jaqub vor. Der Keim der Eifersucht ist gelegt. Als beide sich eines Tages in das gleiche Mädchen verlieben und dieses sich für Jaqub entscheidet, eskaliert der Streit. Er endet zwar nicht tödlich wie in der Bibel, doch Jaqub trägt im Gesicht eine häßliche Narbe davon: sichtbares Zeichen der Feindschaft, die ein Leben lang währt und eine Familie zerstört. Milton Hatoum, der Sohn eines libanesischen Einwanderers und einer Brasilianerin, siedelt seine Familientragödie in einem Milieu an, das er aus eigener Anschauung kennt: Sie spielt in […]

“Plastik statt Jute”, Frankfurter Allgemeine

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18. Oktober 2008  Über dem Gemäldezyklus, mit dem sich der junge brasilianische Künstler Mundo in London an der Kunsthochschule bewerben möchte, steht “Chronik eines Verfalls – Erinnerungen eines geliebten Sohnes”. Zu sehen ist auf dem ersten Bild ein tropisches Feudalidyll: ein prunkvolles Herrenhaus in Amazonien mit einem Heer von indianischen Arbeitern am Fluss, unter ihnen der Künstler selbst, der das Geschehen zeichnet. Darüber thront der Herrscher und Besitzer dieses Reiches, den Lieblingshund an seiner Seite. Auf den folgenden Bildern aber “veränderten sich die Gestalten und die Landschaften, der Mann und das Tier wurden älter, nahmen seltsame und groteske Formen an, bis sich ihr Bild ganz auflöste” und schließlich auf den letzten beiden Gemälden nur noch melancholische Gegenstände, “zerrissene, zerschnittene und zerlöcherte Fetzen” zu sehen sind. Diesen Zyklus, Haupt- und zugleich Abschiedswerk seines rebellischen Helden Mundo, präsentiert uns Milton Hatoum ganz am Schluss seines Romans “Asche vom Amazonas”. Obwohl die Bildbeschreibung kaum eine Seite umfasst, enthält sie in Miniatur die rückblickende Essenz des gesamten Romans. Es könnte auch, im Stile einer Art von brasilianischen “Buddenbrooks”, als Untertitel “Chronik eines Verfalls” darüber stehen. Getragen wird die Handlung vom bitteren Aufbäumen des feinsinnigen Mundo gegen seinen patriarchalischen, jähzornigen Vater Jano. http://www.faz.net/s/Rub79A33397BE834406A5D2BFA87FD13913/Doc~E223E92005A72411AA197C49A4A1489B7~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Die Waisen des Eldorados: Eine Geschichte aus der Zeit des Kautschukbooms, Albert von Brunn

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„Bis kurz vor dem Tod meines Vaters sprachen alle nur vom Wachstum. Manaus, der Kautschukexport, die Arbeit, der Handel, der Tourismus, alles war im Wachsen begriffen, selbst die Prostitution“, erinnert sich Arminto, der Ich-Erzähler im neuesten Roman von Milton Hatoum[1]. „Nur Estiliano, [der Freund meines Vaters] war skeptisch, und er sollte Recht behalten. In den Bars und Restaurants kursierten alarmierende Nachrichten aus Belém und Manaus: wenn wir keine Gummibäume anpflanzten wie die Engländer, so waren wir verloren“. Manaus, Hauptstadt Amazoniens zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Die Stadt im Urwald schwimmt auf einer Welle nie gekannten Wohlstandes. Nach der Weltausstellung von Paris (1876) beginnt der Naturkautschuk seinen Siegeszug durch Europa und Nordamerika – ein Vehikel des Fortschritts und zugleich ein Katapult für die Modernisierung der Amazonasregion, aus der das Rohmaterial stammt. Dank dem Gummiboom finden die Eliten Amazoniens Anschluss an das kulturelle und soziale Leben Europas. Zugleich mehren sich die Zeichen der Krise. 1872 war es dem Engländer Henry Wickham gelungen, Samen der Hevea Brasiliensis nach England zu schmuggeln. Gummiplantagen entstanden in den englischen Kolonien in Südostasien. Die Belle Époque Amazoniens neigt sich dem Ende zu. In dieser Zeit spielt der Roman von Milton Hatoum. Seine Waisen des Eldorados erleben die […]

Brief aus Manaus

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In einer aus dem Libanon ins brasilianische Manaus eingewanderten Familie wächst die Erzälen als Ziehkind der Martiarchin Emilie auf. Als sie erfährt, dass Emilie im Sterben liegt, kehrt sie nach Jahren der Abwesenheitzurück an der Ort ihrer Kidheit, zurück zu ungeordneten Erinnerungen an Kinderlieder, an Geselligkeiten, an die fremden arabischen Laute, aber auch an die Unnahbarkeit Emilies. Geheimnisvoll blieben für das Kind viele der Geschehnisse, Stillschweigen herrschte über den Tod von Emilies geliebtem Bruder, und auch das Verhältnis zwischen Emilie und ihrem Vergangenheit, trägt die Erzählungen von Hakim, ihrem Onkel, und die von Hindié, der besten Freundin Emilies, verschmelzen zu einem Brief an ihre eigene Stimme “wie einen riesigen, aber einfühlsamen Vogel über den anderen Stimmen schweben lässt”. In dichter lyrischer Sprache hat der brasilianische Autor hier eine Familiensaga komponiert, wobei er es meisterhaft versteht, die leisen Zwischentöne zu treffen. “Ein Werk, inszeniert wie ein Kammerkonzert. Es gibt eine neue Stimme in der brasilianischen literatur”, schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung bei Erscheinen der deutschen Erstausgabe. Milton Hatoum wurde 1952 in Manaus als Sohn einer libanesischen Einwandererfamilie geboren. Er lehrt französische Literatur and der Universität von Manaus. Für seinen hier vorliegenden, 1989 in Brasilien erschienenen Roman erhielt er den in seinem […]

Die Weisen des Eldorado

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“Im Jahre 1965, als es am Amazonas noch kein Fernsehen gab, lud mich eines Sonntags meins Grossvater zum Mittagessen ein. an jenem Nachmittag erzählte er mir eine Geschichte, die er aug einer seiner vielen Reisen ins Hinterland von Amazonie gehört hatte. Es war eine Liebesgeschichte von dramatischem Zuschnitt, wie fast immer in der Literatur und gelegentlich auch im Leben: der Mythos von der verzauberten Stadt. So mancher glaubt heute noch, dass tief unten auf dem Grund eines Flusses eines reiche, prächtige Stadt existiert, ein Musterbeispiel an Harmonie und sozialer Gerechtigkeit, in der die Menschen leben, als wären sie verzaubert. Mythen wandern, genau wie die Kulturen, sie sind miteinander verquickt und gehören zur Geschichte und dem kollektiven Gedächtnis. In der Literatur ist de Mythos der Ort, an dem das Wesen des Erzählens deutlich wird, un wie jede Kunst steht es in Verbindudng mit der Welt, die der Mensch erfindet. Diese Version der Geschichte von der Erinnerung and meinen Grossvater und der – auch von etlichen anderen Mythen Amazoniens geprägten – Phantasie de Erzhälers.”Milton Hatoum

Asche vom Amazonas

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Unterschiedlicher können zwei Freunde nicht sein: hier der künstlerich begabte, labile Raimundo, dessen von ihm gehasster Vater Trajano ein erfolgreicher Unternehmer und Sympathisant der brasilianischen Militärregierung ist, dort Olavo, eine Waise aus bescheidenstem Haus, der Raimundos blindem, selbstzertörerischem Rebellentum hilflos gegenübesteht. Sie wachsen nahe beieinander auf, im tropishcen Manaus, das von den Profiteuren des Fortschritts gründlicher umgekrempelt wird als die alten gesekkschfatlichen Verhältnisse. Olavo, der bei seine Tante Ramira und ihrm in den Tag hineinnlebenden Bruder Ranulfo wohnen muss, w buy soft cialis ählt den stillen Weg und wird Anwalt der kleinen Leute, verfolgt aber fasziniert den Lebenswegs des Freundes, der rastlos in der Welt umherzieht – rio de Janeiro, Berlin, London – und sich doch nicht von seiner herkunft lösen kann. Auch Raimundos Mutter Alícia, eine schöne Frau mitgeheimnisvoller Geschichte, kann dem Sohn keinen Halt bieten: Zu stark ist sie selbst in wirre Leidenschaften verstrickt und in ein Leben, das ein Zerrspiegel ihres Glückverlangens ist. Milton Hatoum, der heute wohl am meisten geachtete Romanschriftsteller Brasiliens, wird bewundert für seine Fáhigkeit, menschliche Beziehungen – Liebesverhältnisse, Abhängigkeitsverhältnisse, prekäre Freundschaften – in höchster Eindringlichkeit zu schildern. Ache vom Amazonas wurde in Brasilien zu einem ausserordentlichen Erfolg bei Publikum und Kritik. Aus dem […]

Zwei Bruder

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Sie sind Zwillinge, un sie sind entzweit, noch bevor sie halb erwachsen sind. Was sie auseinanderbringt, ist Eifersucht um ein Mädchen – eigentlich eine Bagatelle unter Brüdern. Aber sie spüren, wie unterschiedlich die Liebe der Mutter auf ihnen liegt, und das schneidet tiefer, als sie selbst ahnen können. Ein Haus im alten Hafenviertel von Manaus, nahe der tropischen Wasserwelt. Darin leben, eingesponnen in ihre Liebe, halim und Zana, libanesische Einwanderer der zweiten Generation. Als die Zwillinge Yakub und Omar gebore werden, ist Halim, der genüsslich die Liebe un ihre Ekstasen kultiviert, ohnmächtig gegenüber der besitzergreifenden und parteiischen Liebe seiner Frau zu de Söhnen. Er lässt es zu, dass nach einder Szene fst noch kindlicher Gewalt Yakub, das Opfer, für fünf Jahre in ein Dorf im fernen Libanon geschickt wird. Was die zwischen den Brüdern aufgeflammte Für Immer Schluss Mit Vorzeitiger Ejak-ulation! Rivalität dämpfen soll, stachelt sie erst recht an. Nach Yakubs Rückkehr wird nichts in diesem Haus ohne das Gift des Misstrauens und der Rachsucht sein. Auch Rânia, die später geborene Schwester, wird in ihrer heftigen Hinneigung zu beiden Brüdern der eisigen Konstellarion nicht entfliehen können. Wie blind zerstören die Brüder im Versuch, das je Eigenen gegeneinander zu behaupten, alle Intimität, […]