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Wo die Wasse sich verein, Tomas Sträter – Neue Bücher Zeitung, 6 November 2002

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 Milton Hatoum erzählt das Drama zweier ungleicher Brüder http://www.miltonhatoum.com.br/wp-content/uploads/2011/02/ZweiBrüder_NeueBücherZeitung_6Nov2002.jpg

“Wir sind alle uneheliche kinder Amerikas” – Neue Bücher Zeitung, 16 Januar 2010

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Gespräch mit dem Brasilianischen Autor Milton Hatoum über sein Schreiben sowie über die Literatur, Identität und Zukunft seines Landes, bei Patrick Straumann. http://www.miltonhatoum.com.br/wp-content/uploads/2011/02/NeueBücherZeitung_16Jan2010.jpg

Der Dschungelfluch, Klara Obermüller – Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4 Dezember 2002

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Emilie, eine neue Stimme Brasiliens von Hanspeter Brode – Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8 Dezember 1992

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Wie in einem orientalischen Bazar – FREITAG 42, 11.10.2002

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BEOBACHTENDER ETHNOLOGE In dem Roman “Zwei Brüder” beschreibt der brasilianische Autor Milton Hatoum die Schübe der Globalisierung am Beispiel von Manaus Milton Hatoum gehört heute wie der Mexikaner Jorge Volpi und Roberto Bolaño zu den neuen lateinamerikanischen Autoren, die man sich merken sollte. Nicht, weil er durch die Veröffentlichung seines zweiten grandiosen Romans Zwei Brüder (2001) in den USA entdeckt und von einem Elite-Campus zum nächsten gereicht wird, sondern weil er das große Thema unserer Zeit erzählerisch fulminant fasst: Migration in Verbindung mit religiös-kulturellen Fragen. Mit Erzählung von einem gewissen Orient (1989) – so der Originaltitel seines ersten Romanes – zeigte er bereits elegant sein Können: das ganze postkoloniale Problemfeld Ost-West/Nord-Süd in seiner religiös-kulturellen und politischen Dimensionen literarisch auf den Punkt zu bringen. Der deutsche Verlag wusste das nicht zu nutzen und titelte Emilie oder Tod in Manaus (1992). Im Fall Hatoum muss einmal das Kritiker-Tabu schlechthin gebrochen werden: der Vergleich mit García Márquez. Hatoum ist kein Epigone magischen Realismus, Manaus ist nicht Macondo, aber in der literarischen Umsetzung gelebter, bei Hatoum amazonensischer Erfahrung, der Beschreibung und Reflexion lateinamerikanischer Realität auf der Höhe der Zeit, das heißt ein historisches und gegenwartsbezogenes Herangehen, liegt er nah beim großen Meister. “Ich wünschte […]

Wo die Wasser sich vereinen, Milton Hatoum erzählt das Drama zweier ungleicher Brüder – Neue Zürcher Zeitung, 6. November 2002

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Ressort Feuilleton Unvergesslich der furiose Auftakt in Werner Herzogs Saga aus der «grünen Hölle» «Fitzcarraldo», wenn der irrlichternde Klaus Kinski eine tagelange Flussreise auf sich nimmt, nur um einer Opernaufführung beizuwohnen. Fast wäre er zu spät gekommen, doch mit dem Recht des wahren Melomanen fordert er Einlass. Er wird von einem schwarzen Saaldiener zu seinem Platz geleitet, und der verblichene Vorhang des Theaters aus den Belle-Epoque-Tagen des Kautschukbooms hebt sich. Wir befinden uns mitten in Amazonien, in der Urwaldmetropole Manaus. Manaus liegt kurz vor dem Zusammenfluss zweier Ströme, deren Wasser sich aber noch lange nicht zum Amazonas vereinigen wollen. Die dunklen Fluten des Rio Negro und die gelblich-lehmigen des Solimões fliessen nebeneinander wie durch ein unerklärliches Naturwunder getrennt. Die Stadt unter der Äquatorsonne, auf dem Schnittpunkt südlicher und nördlicher Hemisphäre scheint dem Betrachter aus dem Flugzeug oder vom Schiff aus eine zwischen Wasser und Land schwimmende Stadt, deren Grenzen sich vollends ununterscheidbar in den Regenfällen auflösen. Einst Vorposten der Zivilisation und heute Millionenstadt, Tausende von Kilometern von den Metropolen entfernt. Ein Bild in Bruchstücken Hier in Manaus entfaltet ein Roman ein Familiendrama, das in einer langen Tradition abendländischer Religionsmythen und Literatur steht: Bruderzwist und verloren gegangener Sohn. Liebe, Verrat, Kampf […]

“Eine Stimme von Amazonas” – Neue Zürcher Zeitung

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http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/literatur_und_kunst/eine_stimme_vom_amazonas_1.4520768.html

Der Dschungelfluch – Epochenende: Milton Hatoum sucht Cain und Abel in Amazonien – Frankfurter Allgemeine Zeitung

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Der Dschungelfluch – Epochenende : Milton Hatoum sucht Kain und Abel in Amazonien Der Bruderzwist steht am Anfang der Menschheitsgeschichte: Kain erschlägt Abel – aus Neid und Mißgunst, weil dessen Opfer dem Vatergott besser gefällt als das eigene. Mit dieser Tat ist das Böse in der Welt zum ersten Mal manifest geworden, nach biblischem Verständnis eine Folge der Ursünde, die sich fortzeugt bis auf den heutigen Tag. Auch der Brasilianer Milton Hatoum weiß in seinem neuesten Roman davon zu berichten. Omar und Jaqub heißen seine zwei Brüder. Zwillinge sind es, wild und unberechenbar der eine, in sich gekehrt und nachdenklich der andere. Die Rivalität tritt schon früh zu Tage: Die Mutter zieht Omar dem zuerst geborenen Jaqub vor. Der Keim der Eifersucht ist gelegt. Als beide sich eines Tages in das gleiche Mädchen verlieben und dieses sich für Jaqub entscheidet, eskaliert der Streit. Er endet zwar nicht tödlich wie in der Bibel, doch Jaqub trägt im Gesicht eine häßliche Narbe davon: sichtbares Zeichen der Feindschaft, die ein Leben lang währt und eine Familie zerstört. Milton Hatoum, der Sohn eines libanesischen Einwanderers und einer Brasilianerin, siedelt seine Familientragödie in einem Milieu an, das er aus eigener Anschauung kennt: Sie spielt in […]

“Plastik statt Jute”, Frankfurter Allgemeine

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18. Oktober 2008  Über dem Gemäldezyklus, mit dem sich der junge brasilianische Künstler Mundo in London an der Kunsthochschule bewerben möchte, steht “Chronik eines Verfalls – Erinnerungen eines geliebten Sohnes”. Zu sehen ist auf dem ersten Bild ein tropisches Feudalidyll: ein prunkvolles Herrenhaus in Amazonien mit einem Heer von indianischen Arbeitern am Fluss, unter ihnen der Künstler selbst, der das Geschehen zeichnet. Darüber thront der Herrscher und Besitzer dieses Reiches, den Lieblingshund an seiner Seite. Auf den folgenden Bildern aber “veränderten sich die Gestalten und die Landschaften, der Mann und das Tier wurden älter, nahmen seltsame und groteske Formen an, bis sich ihr Bild ganz auflöste” und schließlich auf den letzten beiden Gemälden nur noch melancholische Gegenstände, “zerrissene, zerschnittene und zerlöcherte Fetzen” zu sehen sind. Diesen Zyklus, Haupt- und zugleich Abschiedswerk seines rebellischen Helden Mundo, präsentiert uns Milton Hatoum ganz am Schluss seines Romans “Asche vom Amazonas”. Obwohl die Bildbeschreibung kaum eine Seite umfasst, enthält sie in Miniatur die rückblickende Essenz des gesamten Romans. Es könnte auch, im Stile einer Art von brasilianischen “Buddenbrooks”, als Untertitel “Chronik eines Verfalls” darüber stehen. Getragen wird die Handlung vom bitteren Aufbäumen des feinsinnigen Mundo gegen seinen patriarchalischen, jähzornigen Vater Jano. http://www.faz.net/s/Rub79A33397BE834406A5D2BFA87FD13913/Doc~E223E92005A72411AA197C49A4A1489B7~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Die Waisen des Eldorados: Eine Geschichte aus der Zeit des Kautschukbooms, Albert von Brunn

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„Bis kurz vor dem Tod meines Vaters sprachen alle nur vom Wachstum. Manaus, der Kautschukexport, die Arbeit, der Handel, der Tourismus, alles war im Wachsen begriffen, selbst die Prostitution“, erinnert sich Arminto, der Ich-Erzähler im neuesten Roman von Milton Hatoum[1]. „Nur Estiliano, [der Freund meines Vaters] war skeptisch, und er sollte Recht behalten. In den Bars und Restaurants kursierten alarmierende Nachrichten aus Belém und Manaus: wenn wir keine Gummibäume anpflanzten wie die Engländer, so waren wir verloren“. Manaus, Hauptstadt Amazoniens zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Die Stadt im Urwald schwimmt auf einer Welle nie gekannten Wohlstandes. Nach der Weltausstellung von Paris (1876) beginnt der Naturkautschuk seinen Siegeszug durch Europa und Nordamerika – ein Vehikel des Fortschritts und zugleich ein Katapult für die Modernisierung der Amazonasregion, aus der das Rohmaterial stammt. Dank dem Gummiboom finden die Eliten Amazoniens Anschluss an das kulturelle und soziale Leben Europas. Zugleich mehren sich die Zeichen der Krise. 1872 war es dem Engländer Henry Wickham gelungen, Samen der Hevea Brasiliensis nach England zu schmuggeln. Gummiplantagen entstanden in den englischen Kolonien in Südostasien. Die Belle Époque Amazoniens neigt sich dem Ende zu. In dieser Zeit spielt der Roman von Milton Hatoum. Seine Waisen des Eldorados erleben die […]