Brief aus Manaus

Deutsch, Roman

 

In einer aus dem Libanon ins brasilianische Manaus eingewanderten Familie wächst die Erzälen als Ziehkind der Martiarchin Emilie auf. Als sie erfährt, dass Emilie im Sterben liegt, kehrt sie nach Jahren der Abwesenheitzurück an der Ort ihrer Kidheit, zurück zu ungeordneten Erinnerungen an Kinderlieder, an Geselligkeiten, an die fremden arabischen Laute, aber auch an die Unnahbarkeit Emilies. Geheimnisvoll blieben für das Kind viele der Geschehnisse, Stillschweigen herrschte über den Tod von Emilies geliebtem Bruder, und auch das Verhältnis zwischen Emilie und ihrem Vergangenheit, trägt die Erzählungen von Hakim, ihrem Onkel, und die von Hindié, der besten Freundin Emilies, verschmelzen zu einem Brief an ihre eigene Stimme “wie einen riesigen, aber einfühlsamen Vogel über den anderen Stimmen schweben lässt”.

In dichter lyrischer Sprache hat der brasilianische Autor hier eine Familiensaga komponiert, wobei er es meisterhaft versteht, die leisen Zwischentöne zu treffen.

“Ein Werk, inszeniert wie ein Kammerkonzert. Es gibt eine neue Stimme in der brasilianischen literatur”, schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung bei Erscheinen der deutschen Erstausgabe.

Milton Hatoum wurde 1952 in Manaus als Sohn einer libanesischen Einwandererfamilie geboren. Er lehrt französische Literatur and der Universität von Manaus. Für seinen hier vorliegenden, 1989 in Brasilien erschienenen Roman erhielt er den in seinem Heimatland angesehenen Jabuti-Preis.

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